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Vorträge

Eine Reise ins Innere der mechanischen Uhr

oder was macht eine Uhr zur guten Uhr?

Mit Mikroskop und Filmkamera lüften wir die Geheimnisse der kleinsten 
und zugleich präzisesten Maschine der Welt – tauchen ein in den Mikrokosmos goldener Zahnräder, roter Rubine, stahlgebläuter Hebel und Federn. Sie sind herzlichst eingeladen. Der Vortrag ist kostenlos und findet in kleiner Runde in unserer Hamburger Uhrenmanufaktur oder einer interessanten Lokation statt. Ein kleiner Snack steht für Teilnehmer bereit.

Die Reise ins Innere der Uhr


Goldchatons und Genfer Streifen – der Hamburger Uhrmacher Andreas Hentschel entführt auf eine faszinierende Reise in die Welt feiner handgefertigter Armbanduhren

Sie sind verlässliche Zeitgeber, mahnende Tyrannen, teure Erbstücke oder lieb gewonnene Pretiosen – Armbanduhren begleiten uns durchs Leben. Der Hamburger Uhrmacher Andreas Hentschel lässt uns die vertrauten Stücke auf überraschende Weise neu entdecken: auf einer Reise ins Innere der Uhr. Mit Mikroskop, Kamera und Großbildschirm entführt er die Besucher seiner Manufaktur in den faszinierenden Mikrokosmos mechanischer Zeitmessung. Da sind flammgebläute Schrauben von einem halben Millimeter Durchmesser groß wie Nietköpfe historischer Atlantik-Liner, da scheinen filigrane Ankerrädchen wie für stattliche Dampfmaschinen bestimmt.

Die Fahrt führt über glänzende Uhrwerksbrücken und Platinen vorbei an schimmernden Goldchatons, funkelnden Rubinen und Aufzugsrädern zum Herz der Uhr, der Schraubenunruh, deren federnder Puls den Lauf der Zeit bestimmt.

Andreas Hentschel ist ein unterhaltsamer Reisebegleiter, der den staunenden Blick lenkt, Zusammenhänge erklärt und seine Gäste in Geheimnisse der mechanischen Feinuhren einweiht. Jede Perspektive wird kommentiert, die Funktion im Zusammenspiel des Werkes erläutert. Man spürt den Respekt und die Liebe zur großen Uhrmachertradition und staunt über die genialen Tüftler, die vor Jahrhunderten das Prinzip der tragbaren Präzisionsinstrumente erdacht haben.

Die mechanische Vollkommenheit hat eine Ausstrahlung, die Begehrlichkeit weckt – und sich einer massenhaften Nachfrage entzieht. Wahrhaft schöne Uhrwerke sind immer limitiert, weil sie manuell gefertigt werden. Sie sind von einer Qualität, die nicht mit industriellen Verfahren produzierbar ist. „Ein gutes Werk trägt die Handschrift des Meisters“, erklärt der Uhrmacher und legt ein zweites Kaliber unters Objektiv. Eine Einladung zum Vergleich:

Es handelt sich um das Werk einer hochpreisigen, wenngleich aus industriell gefertigten Komponenten montierten Uhr. „Beachten Sie die Kanten der Zahnräder“, der passionierte Uhrmacher weiß, wie er seinen Punkt macht. Die Teile sehen äußerst exakt aus, buchstäblich wie gestanzt: Sie werden maschinell aus dünner Metallfolie herausgepresst – ein gängiges, sehr wirtschaftliches Verfahren, das hochpräzise Bauteile zu niedrigen Kosten in Millionenauflage liefert: Zutaten für die so genannten Basiskaliber, die, von einer spezialisierten Industrie zugeliefert, anonym in den Gehäusen zahlloser Uhren ihre Zeit abarbeiten.

Das handgefertigte Räderwerk dagegen ist ein Relikt aus einer anderen Epoche, robust und dauerhaft, dabei von großer Schönheit: Die Kanten der Zahnräder sind unverkennbar aus dem Vollen gefräst, deren Spitzen reibungsmindernd von Hand poliert. Jede Dekoration des nur 30 Millimeter durchmessenden Kalibers ist makellos ausgeführt, die Platinen und Brücken wurden sorgfältig angliert, die Oberflächen aufwändig mit den traditionellen Zierschliffen versehen: Sonne, doppelte Sonne oder Genfer Streifen. Handarbeit nach allen Regeln der Kunst, von einer Qualität, die Wartung und Reparatur überhaupt erst möglich macht und den Werterhalt historischer Werke garantiert. „Eine Uhr mit solch einem Werk ist nach fünf oder zehn Jahren Gebrauch – wenn Industrieware bereits erneuert werden muss – erst richtig eingefahren und kann, mit ein wenig kundiger Pflege, durchaus mehrere Generationen begleiten“, erklärt der Uhrmacher.

Es sind feinmechanische Kunstwerke für den kleinen Kreis von Liebhabern und Sammlern, die jenseits von Markenwelten und Massenfertigungen nach einem Unikat, nach einer wahrhaft guten Uhr suchen. Kennerschaft bemisst sich am Wissen um den Wert verborgener Dinge. Aber selbst bei oberflächlicher Betrachtung begeistern die Hentschel-Uhren: Die Zifferblätter, Gehäuse und Armbänder der begehrten Zeitmesser sind schlicht wunderschön. Klar, ausgewogen, in klassischem Layout und dennoch von großer Modernität: Zeitlos wäre paradoxerweise hierfür ein passender Begriff.

Jede Hentschel-Uhr ist ein Unikat mit Charakter, ein kleines tragbares Kunstwerk und ein zuverlässiger Begleiter für den Alltag. So muss eine gute Uhr sein. Reisen bildet.

Die Manufaktur von Andreas Hentschel fertigt Uhren für Kenner. Eine exklusive Spezialität des Hamburger Uhrmachers ist die Veredelung historischer Uhrwerke: Unbenutzte „New Old Stock“-Raritäten die Andreas Hentschel von seinen Reisen in den Schweizer Jura mitbringt und nach aufwändiger Bearbeitung in die ästhetischen Gehäuse der Manufaktur setzt.